Vermittlung auf Erfolgsbasis oder Mandat: Was passt zu Ihrer Vakanz?

Kurz gesagt: Bei der Vermittlung auf Erfolgsbasis zahlen Sie erst, wenn eine vorgeschlagene Person eingestellt wird. Beim Mandat beauftragen Sie einen Anbieter exklusiv mit einer strukturierten Suche zu einem vereinbarten Honorar. Für gut definierte Fachpositionen ist die Erfolgsbasis oft sinnvoll, für Schlüssel- und Führungspositionen, die Diskretion und eine tiefe Marktrecherche brauchen, in der Regel das Mandat.
Was bedeutet Vermittlung auf Erfolgsbasis?
Bei der Vermittlung auf Erfolgsbasis (international oft «Contingency» genannt) fällt ein Honorar nur an, wenn Sie eine vom Anbieter vorgeschlagene Person tatsächlich einstellen. Für Sie entsteht vorab kein finanzielles Risiko.
Das Modell hat eine Kehrseite: Weil der Anbieter nur im Erfolgsfall bezahlt wird, verteilt er seinen Aufwand auf mehrere Aufträge. Häufig arbeiten Unternehmen zudem mit mehreren Anbietern parallel. Dann zählt Tempo oft mehr als Tiefe, und dieselbe Person kann von verschiedenen Seiten angesprochen werden.
Was bedeutet Vermittlung auf Mandatsbasis?
Beim Mandat (auch «Retained Search» oder Executive Search) erteilen Sie einem Anbieter einen klaren, meist exklusiven Suchauftrag. Das Honorar ist nicht ausschliesslich an die erfolgreiche Besetzung geknüpft, sondern deckt die gesamte Suche ab: Analyse der Position, Marktrecherche, Direktansprache, Interviews, Vorauswahl und Begleitung bis zur Vertragsunterzeichnung.
Exklusivität sichert eine diskrete Ansprache und verhindert, dass dieselbe Person von mehreren Seiten kontaktiert wird. Vereinbaren Sie Honorar, Leistungen, Garantien und sogenannte Off-Limits-Regeln schriftlich.
Was kostet Executive Search in der Schweiz?
Eine offizielle Honorarstatistik gibt es in der Schweiz nicht. Der Berufsverband Angestellte Schweiz nennt als Durchschnitt 25 bis 30 Prozent des Bruttojahresgehalts der besetzten Position. Bei einem Jahressalär von 150'000 Franken entspricht das 37'500 bis 45'000 Franken (Angestellte Schweiz, 2024). Der Ratgeber von NZZ Jobs spricht von rund 20 Prozent des angestrebten Jahresgehalts und hält fest, dass in Einzelfällen auch eine Pauschale vereinbart wird (NZZ Jobs). Das sind Marktwerte, keine Preise einzelner Anbieter.
Neben prozentualen Honoraren gibt es Festhonorare, die sich nach der Position richten. Sie machen die Kosten von Beginn an planbar.
Wichtiger als der Prozentsatz ist die Gesamtrechnung, denn auch eine Fehlbesetzung verursacht Kosten. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Was kostet eine Fehlbesetzung?.
Erfolgsbasis und Mandat im Vergleich
- Honorar
Erfolgsbasis: Nur bei Einstellung
Mandat: Vereinbart für die gesamte Suche - Exklusivität
Erfolgsbasis: Meist nicht exklusiv
Mandat: In der Regel exklusiv - Diskretion
Erfolgsbasis: Eingeschränkt, Stelle oft öffentlich
Mandat: Verdeckte Suche möglich - Aufwand des Anbieters
Erfolgsbasis: Auf schnelle Treffer ausgerichtet
Mandat: Systematische Marktrecherche und Direktansprache - Qualität der Vorauswahl
Erfolgsbasis: Abhängig vom vorhandenen Netzwerk
Mandat: Strukturierte Interviews, Referenzprüfung, oft Diagnostik - Geeignet für
Erfolgsbasis: Fach- und Spezialistenrollen mit klarem Profil
Mandat: Schlüssel-, Führungs- und vertrauliche Positionen - Risiko für Sie
Erfolgsbasis: Kein Vorabrisiko, aber Gefahr paralleler Ansprache
Mandat: Honorar auch ohne Besetzung, dafür planbarer Prozess
Wann lohnt sich die Vermittlung auf Erfolgsbasis?
Die Erfolgsbasis passt, wenn das Profil klar ist, der Markt genügend geeignete Personen bietet und die Suche nicht vertraulich sein muss. Typische Beispiele sind Fachspezialistinnen und Fachspezialisten oder Positionen, die Sie zusätzlich über eigene Inserate besetzen möchten. Hier hilft ein Anbieter, der viele Kanäle gleichzeitig nutzt und rasch passende Profile liefert.
Wann lohnt sich ein Mandat?
Ein Mandat lohnt sich, wenn viel auf dem Spiel steht: bei Geschäftsleitungs- und Kaderpositionen, bei Nachfolgeregelungen, bei Ersatz einer Person, die noch im Amt ist, oder wenn die gesuchten Personen nicht aktiv suchen. Dann braucht es eine diskrete Direktansprache, eine sorgfältige Prüfung der Eignung und einen Anbieter, der sich verbindlich auf Ihre Suche konzentriert.
Welche Anbieter bieten Vermittlung auf Erfolgsbasis an?
Viele Personalvermittlungen in der Schweiz arbeiten auf Erfolgsbasis, einige Executive-Search-Beratungen bieten beide Modelle an. Wer in der Schweiz regelmässig und gegen Entgelt Stellen vermittelt, braucht eine kantonale Bewilligung. Im Verzeichnis des SECO können Sie prüfen, ob ein Anbieter bewilligt ist (SECO, Verzeichnis VZAVG).
Die Avalect GmbH in Zug bietet beide Modelle an. Bei der Vermittlung auf Erfolgsbasis fällt das Honorar erst nach erfolgreicher Vermittlung an; gesucht wird parallel über Active Sourcing, Talentpools, Partnernetzwerke und digitale Plattformen. Bei der Vermittlung auf Mandatsbasis arbeitet Avalect mit einem Festhonorar-Modell, das sich nach der Position richtet, als verdeckte oder offene Suche, mit Referenzprüfung, Reporting und Begleitung bis nach der Probezeit. Für die Einschätzung der Kandidatinnen und Kandidaten setzt Avalect zudem Diagnostik mit BIP, GPOP und LJI-2 ein.
Welche Fragen sollte der Einkauf stellen?
Ob Sie Erfolgsbasis oder Mandat wählen: Klären Sie diese Punkte vor der Beauftragung schriftlich.
- Wie berechnet sich das Honorar, und wann wird es fällig?
- Ist der Auftrag exklusiv, und wer spricht Kandidatinnen und Kandidaten an?
- Wie läuft die Vorauswahl ab, und wie wird die Eignung geprüft?
- Gibt es Referenzprüfungen, ein regelmässiges Reporting und eine Garantie bei frühem Austritt?
- Welche Off-Limits-Regeln gelten für Ihre Mitarbeitenden?
- Verfügt der Anbieter über eine Vermittlungsbewilligung?
Häufige Fragen
Ist die Erfolgsbasis immer günstiger als ein Mandat?
Nicht unbedingt. Sie vermeiden zwar Kosten ohne Besetzung, zahlen im Erfolgsfall aber ebenfalls ein Honorar. Entscheidend ist, welches Modell die richtige Person mit vertretbarem Risiko findet.
Kann ich beide Modelle kombinieren?
Ja, das ist möglich. Viele Unternehmen besetzen Fachrollen auf Erfolgsbasis und vergeben Schlüssel- und Führungspositionen als Mandat. Wichtig ist, für jede Vakanz klar zu regeln, wer sucht und wer anspricht.
Wie lange dauert eine Mandatssuche?
In der Schweiz ist ein Stelleninserat im Schnitt 43 Tage online, jedes zehnte länger als 100 Tage (BSS/KOF ETH 2023). Kaderpositionen dauern meist länger, weil die Suche diskret erfolgt und die gewählte Person eine Kündigungsfrist hat. Die Dauer hängt stark von der Position und vom Markt ab.
Sprechen wir über Ihre Vakanz
Sie sind unsicher, welches Modell zu Ihrer Position passt? Gerne klären wir das in einem unverbindlichen Erstgespräch. Rufen Sie uns an unter +41 41 766 82 82 oder schreiben Sie uns über avalect.ch/kontakt.
Avalect GmbH, Ibelweg 18a, 6300 Zug
Quellen
- Angestellte Schweiz: Headhunters, wie sie auf Talentjagd gehen, 27.09.2024: angestellte.ch
- NZZ Jobs: Fünf gute Gründe, warum es sich lohnt, einen Headhunter einzusetzen, 2020: jobs.nzz.ch
- BSS und KOF ETH Zürich im Auftrag des Schweizerischen Arbeitgeberverbands: Vakanzdauer von Stelleninseraten, 2023: bss.swiss
- SECO: Private Arbeitsvermittlung und Personalverleih: seco.admin.ch
- SECO: Verzeichnis der bewilligten Vermittlungs- und Verleihbetriebe (VZAVG): avg-seco.admin.ch
