KI bedroht Hunderttausende Jobs: So sichern Sie Ihre Stelle

09.10.2026
Fachkraft arbeitet am Computer: KI-Kenntnisse werden im Schweizer Arbeitsmarkt zur Voraussetzung

Kurz gesagt: Künstliche Intelligenz wird in der Schweiz die Mehrheit der Beschäftigten entlasten, aber bis zu 15 % unter Druck setzen. Wer KI-Erfahrung im Lebenslauf nachweisen kann, verbessert seine Chancen schon heute. In ein bis zwei Jahren wird sie vorausgesetzt.

Die Zahlen: 65 % profitieren, bis zu 15 % geraten unter Druck

Ein aktueller Report der Strategieagentur Sparkr, über den 20 Minuten am 9. Oktober 2026 berichtet, zeichnet ein differenziertes Bild. Bis zu 65 % der Beschäftigten können durch KI produktiver werden oder Routinearbeit abgeben. 10 bis 15 % könnten KI dagegen vor allem als Rationalisierung erleben. Bei rund 5,65 Millionen Beschäftigten sind das bis zu rund 850'000 Menschen.

Besonders betroffen sind Aufgaben, die nach festen Regeln ablaufen: Backoffice-Sachbearbeitung, Callcenter, Übersetzungen, Standardreporting, einfache Kredit- und Versicherungsprüfungen, Rechnungswesen und Teile des Kundensupports. Eine flächendeckende Jobkrise erwartet der Report nicht. Häufiger werden frei werdende Stellen nicht neu besetzt oder Teams wachsen langsamer.

Was Arbeitgeber schon heute fragen

In unseren Mandaten sehen wir die Entwicklung bereits. Immer mehr Unternehmen wünschen sich Kandidatinnen und Kandidaten, die mit KI-Werkzeugen arbeiten können. Das betrifft nicht nur IT-Funktionen, sondern auch Finanzen, HR, Verkauf und Administration.

Ein Zertifikat ist dabei noch nicht immer verlangt. Entscheidend ist, dass jemand konkret zeigen kann, wofür er KI im Arbeitsalltag einsetzt: Berichte vorbereiten, Daten auswerten, Texte entwerfen oder Prozesse beschleunigen. Wir gehen davon aus, dass sich das in ein bis zwei Jahren ändert. Dann wird nachweisbare KI-Weiterbildung im Lebenslauf so selbstverständlich erwartet wie heute Sprachkenntnisse.

Das kennen wir von den Windows-Kursen

Die Situation erinnert an die 1990er-Jahre. Damals hatten Windows- und Office-Kurse einen festen Platz im Lebenslauf, und wer sie vorweisen konnte, hatte einen Vorsprung. Wenige Jahre später waren diese Kenntnisse keine Zusatzqualifikation mehr, sondern Grundvoraussetzung. Wer den Anschluss verpasst hatte, musste ihn unter Zeitdruck nachholen.

Mit KI läuft dieselbe Entwicklung, nur schneller. Laut einer Analyse der Hochschule Luzern stieg die Zahl der Stelleninserate mit KI-Bezug zwischen Juli 2025 und Juni 2026 um 32 % auf knapp 5'000.

Fünf Schritte, mit denen Sie Ihre Stelle sichern

  1. Jetzt anfangen, nicht warten. Nutzen Sie KI-Werkzeuge täglich für echte Aufgaben aus Ihrem Beruf. Erfahrung entsteht durch Anwendung, nicht durch Lesen.
  2. Dokumentieren Sie, was Sie tun. Halten Sie fest, welche Aufgaben Sie mit KI schneller oder besser erledigen. Genau danach fragen Arbeitgeber im Gespräch.
  3. Belegen Sie Ihre Weiterbildung. Ein Kurs mit Bestätigung, etwa an einer Fachhochschule oder bei einem anerkannten Anbieter, wird bald zum Standard im Lebenslauf.
  4. Stärken Sie, was KI nicht kann. Urteilsvermögen, Verantwortung für Entscheide und der Umgang mit Menschen werden wertvoller, wenn Routinearbeit wegfällt.
  5. Konkurrieren Sie nicht mit der Maschine. Wenn Ihre Stelle vor allem aus Standardaufgaben besteht, planen Sie den nächsten Schritt frühzeitig, solange Sie ihn selbst bestimmen können.

Unterstützung bei der Neuorientierung

Nicht jede Person muss den Weg allein gehen. In unserer Karriereberatung klären wir gemeinsam, welche Fähigkeiten in Ihrem Beruf an Wert gewinnen. Eine wissenschaftlich fundierte Potenzialanalyse zeigt, wo Ihre Stärken liegen. Für Unternehmen, die Mitarbeitende beim Wechsel begleiten möchten, bieten wir New Placement an. Aktuelle Mandate finden Sie unter unseren offenen Stellen.

Fazit: KI nicht verpassen

KI ersetzt in den nächsten Jahren selten ganze Berufe, aber sie verändert, was Arbeitgeber erwarten. Wer heute Erfahrung sammelt und sie belegt, gehört zu den 65 %, die profitieren. Wir empfehlen allen Fach- und Führungskräften, das Thema jetzt anzugehen und nicht erst, wenn es im Inserat als Pflicht steht.

Häufige Fragen zu KI und Arbeitsmarkt

Wie viele Jobs in der Schweiz sind durch KI gefährdet?

Laut einem Report der Strategieagentur Sparkr könnten 10 bis 15 % der Beschäftigten durch KI unter Druck geraten, das sind bis zu rund 850'000 Personen. Bis zu 65 % profitieren dagegen von Entlastung oder höherer Produktivität.

Welche Berufe sind besonders betroffen?

Vor allem Tätigkeiten mit festen Abläufen: Backoffice, Callcenter, Übersetzungen, Standardreporting, einfache Kredit- und Versicherungsprüfungen, Rechnungswesen und Teile des Kundensupports.

Verlangen Arbeitgeber schon heute KI-Kenntnisse?

Ja. Avalect stellt in Mandaten fest, dass Unternehmen KI-Erfahrung zunehmend wünschen, auch ausserhalb der IT. Ein Zertifikat ist heute noch nicht immer nötig, praktische Anwendung schon.

Brauche ich ein Zertifikat für KI-Kenntnisse?

Noch nicht in jedem Fall. Wir erwarten aber, dass belegte KI-Weiterbildung in ein bis zwei Jahren zum Standard im Lebenslauf gehört, ähnlich wie früher Windows- und Office-Kurse.

Was kann ich jetzt konkret tun?

KI-Werkzeuge täglich für berufliche Aufgaben nutzen, die Anwendung dokumentieren, eine anerkannte Weiterbildung abschliessen und Fähigkeiten wie Urteilsvermögen und Beziehungskompetenz stärken.

Wo erhalte ich Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung?

Avalect bietet Karriereberatung, Potenzialanalysen und New Placement an, persönlich in Zug oder online.

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