Hat Rekrutierung mit Glacésorten etwas gemeinsam?

21.08.2026

Welcher Galcétyp bist Du?

Was Headhunting und Glacé gemeinsam habe

Die Charmante Metapher aus dem Team Avalect. 

Diese Frage stellten wir uns während unserer letzten Glacérunde im Team. Die Antworten waren überraschend eindeutig. Die einen wählten ohne Zögern Pistazie, andere blieben bei Vanille und einige wollten sich partout nicht auf eine einzige Sorte festlegen.

Das klingt zunächst nach einer sommerlichen Nebensächlichkeit. Doch wer genauer hinschaut, erkennt erstaunliche Parallelen zwischen Glacé und Rekrutierung.

Beides lebt von Qualität, Individualität und der richtigen Kombination. Und bei beidem gilt: Was auf den ersten Blick attraktiv erscheint, muss nicht zwingend langfristig überzeugen.

Pinocchio ist die Glacé des Jahres 2026

Der italienische Branchenverband Uniteis hat «Pinocchio» zur Glacésorte des Jahres 2026 in Deutschland gewählt. Der korrekte Name lautet übrigens Pinocchio, nicht Pinocchino.

Die Kreation verbindet sanfte Milchglacé mit fruchtigem Erdbeersorbet. Dazu kommen mit Schokolade überzogene Grissini, welche an die berühmte Nase der Holzfigur erinnern.

Der Name würdigt den 200. Geburtstag von Carlo Collodi, dem Schöpfer von Pinocchio. Mit dem bekannten Kinderbecher aus Glacé, Rahm, Smarties und einer etwas schief platzierten Waffelnase hat die neue Sorte jedoch wenig gemeinsam.

Die Kreation überzeugt nicht durch spektakuläre Zutaten, sondern durch ihre Balance. Cremig trifft auf fruchtig, mild auf frisch und Tradition auf eine neue Interpretation. Nach Jahren voller exotischer Aromen und auffälliger Dekoration wirkt Pinocchio beinahe angenehm unaufgeregt.

Und genau hier beginnt die Verbindung zur Rekrutierung.

Eine gute Bewerbung ist wie eine gute Glacé

Eine hochwertige Glacé benötigt gute Zutaten. Im Recruiting entsprechen diese Zutaten den fachlichen Fähigkeiten, der Erfahrung, der Persönlichkeit und der Motivation eines Menschen.

Doch einzelne gute Zutaten reichen nicht aus. Entscheidend ist, wie sie miteinander verbunden werden.

Ein beeindruckender Lebenslauf kann Aufmerksamkeit erzeugen. Ob ein Mensch tatsächlich zu einer Aufgabe, einem Team und einem Unternehmen passt, zeigt sich jedoch erst bei genauerem Hinsehen.

Welcher Glacé Typ bist Du?

Natürlich ersetzt die Lieblingsglacé keine fundierte Persönlichkeitsanalyse. Sie kann aber ein überraschend guter Gesprächseinstieg sein.

Vanille: die verlässliche Konstante

Vanille wird gerne unterschätzt. Dabei ist sie einer der anspruchsvollsten Klassiker. Gute Vanille braucht keine Show, weil sie durch Qualität überzeugt.

Vanilletypen stehen sinnbildlich für Verlässlichkeit, Ruhe und Beständigkeit. Sie drängen sich nicht zwingend in den Vordergrund, sind aber häufig jene Menschen, auf die sich ein Team verlassen kann.

Im Recruiting werden solche Persönlichkeiten gelegentlich übersehen, weil ihr Lebenslauf weniger spektakulär erscheint. Das ist ein Fehler. Nicht jede Schlüsselperson muss beim ersten Gespräch ein Feuerwerk zünden.

Schokolade: die substanzielle Kraft

Schokolade ist intensiv, präsent und selten beliebig. Menschen dieses Typs wissen häufig, was sie können und was sie wollen.

Sie übernehmen Verantwortung, vertreten eine klare Meinung und bringen Substanz in Diskussionen. Im falschen Umfeld können sie dominant wirken. Im passenden Umfeld werden sie zu wichtigen Leistungsträgern.

Die Aufgabe eines guten Headhunters besteht nicht darin, starke Persönlichkeiten abzuschwächen. Entscheidend ist, das Unternehmen zu finden, in dem ihre Stärke tatsächlich gefragt ist.

Erdbeere: die verbindende Persönlichkeit

Erdbeere steht für Frische, Zugänglichkeit und emotionale Wärme. Diese Menschen spüren häufig schnell, was ein Team benötigt. Sie bauen Beziehungen auf, vermitteln zwischen unterschiedlichen Interessen und schaffen Vertrauen.

Solche Kompetenzen lassen sich in einem Lebenslauf nur bedingt darstellen. Gerade bei Führungsfunktionen, im Verkauf oder in beratenden Rollen können sie jedoch entscheidend sein.

Fachwissen öffnet die Tür. Vertrauen entscheidet, ob Menschen gemeinsam hindurchgehen.

Zitrone: die klare Herausforderin

Zitrone ist direkt, frisch und gelegentlich etwas sauer. Dafür weckt sie auf.

Zitronentypen stellen Fragen, wo andere höflich schweigen. Sie erkennen Widersprüche und geben sich nicht mit der bequemsten Antwort zufrieden. Das kann anstrengend sein. Es kann ein Unternehmen aber auch vor teuren Fehlentscheidungen bewahren.

Wer ausschliesslich Menschen rekrutiert, die angenehm zustimmen, baut kein starkes Führungsteam. Er baut einen höflichen Echoraum.

Pistazie: die anspruchsvolle Spezialistin

Pistazie besitzt einen unverwechselbaren Charakter. Sie ist nicht für alle gedacht und genau das macht sie interessant.

Pistazientypen stehen für tiefes Fachwissen, Spezialisierung und einen hohen Qualitätsanspruch. Sie möchten ihre Fähigkeiten gezielt einsetzen und reagieren empfindlich auf oberflächliche Versprechen.

Gerade bei schwer zu besetzenden Fach und Führungsfunktionen braucht es solche Persönlichkeiten. Sie lassen sich selten mit einem allgemeinen Stelleninserat gewinnen. Sie wollen verstehen, weshalb eine Aufgabe relevant ist und welchen echten Gestaltungsspielraum sie bietet.

Hier beginnt professionelles Headhunting.

Stracciatella: der vielseitige Brückenbauer

Stracciatella verbindet eine vertraute Basis mit überraschenden Akzenten. Menschen dieses Typs können sich in unterschiedlichen Umgebungen bewegen, ohne ihre Identität zu verlieren.

Sie übersetzen zwischen Fachbereichen, Generationen und Kulturen. In Veränderungsprozessen sind sie besonders wertvoll, weil sie sowohl Stabilität als auch Bewegung ermöglichen.

Ihre Stärke liegt weniger im lauten Auftritt als in der Fähigkeit, unterschiedliche Menschen miteinander zu verbinden.

Pinocchio: die ausgewogene Kombination

Die Glacé des Jahres 2026 kombiniert Milde mit Frische und Tradition mit einer neuen Idee.

Übertragen auf die Rekrutierung steht Pinocchio für Menschen, die scheinbare Gegensätze verbinden. Sie sind analytisch und empathisch, erfahren und neugierig, verbindlich und entscheidungsstark.

Solche Kombinationen sind selten. Sie lassen sich auch nicht zuverlässig über einzelne Schlagwörter oder automatisierte Lebenslaufanalysen erkennen.

Und noch etwas passt zu Pinocchio: Im Recruiting sollten die Nasen nicht länger werden.

Beschönigte Stellenprofile, unrealistische Karriereversprechen und erfundene Kompetenzen mögen kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugen. Eine tragfähige Zusammenarbeit entsteht daraus nicht. Ehrlichkeit bleibt eine der wichtigsten Zutaten erfolgreicher Rekrutierung.

Der beliebteste Geschmack ist nicht automatisch die beste Wahl

In der Personalgewinnung entscheiden sich Unternehmen häufig für den vermeintlich sichersten Kandidaten. Gesucht wird jemand, der möglichst genau dem bisherigen Stelleninhaber entspricht, bereits dieselbe Funktion ausgeübt hat und in bekannten Mustern denkt.

Das ist verständlich, aber nicht immer klug.

Wer nur Vanille sucht, übersieht möglicherweise die Pistazie, die dem Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnet. Wer sich vom auffälligen Topping beeindrucken lässt, erkennt vielleicht zu spät, dass darunter wenig Substanz liegt.

Eine gute Personalberatung fragt deshalb nicht nur:

«Gefällt uns diese Person?»

Sie fragt:

«Welche Wirkung wird diese Person in der konkreten Aufgabe, im bestehenden Team und in der nächsten Entwicklungsphase des Unternehmens entfalten?»

Sympathie ist wichtig. Passung ist wichtiger. Wirkung ist entscheidend.

Rekrutierung ist Handwerk

Auch moderne Maschinen machen aus mittelmässigen Zutaten keine hervorragende Glacé. Dasselbe gilt für künstliche Intelligenz und digitale Recruiting Systeme.

Technologie kann Lebensläufe ordnen, Suchprozesse beschleunigen und Informationen vergleichen. Sie kann jedoch nicht vollständig beurteilen, weshalb ein Mensch nach zwanzig erfolgreichen Berufsjahren eine neue Herausforderung sucht, welche unausgesprochenen Erwartungen in einem Führungsteam bestehen oder ob zwischen zwei Persönlichkeiten echtes Vertrauen entstehen kann.

Gute Rekrutierung braucht Erfahrung, Menschenkenntnis und saubere Handgriffe. Sie benötigt eine klare Auftragsanalyse, ehrliche Gespräche, sorgfältige Referenzen und den Mut, auch einmal von einer scheinbar naheliegenden Besetzung abzuraten.

Headhunting ist eben keine Selbstbedienungstheke. Eine erfolgreiche Besetzung entsteht nicht dadurch, dass möglichst viele Profile präsentiert werden.

Die beste Kombination muss beiden Seiten schmecken

Unternehmen suchen Kompetenzen. Kandidatinnen und Kandidaten suchen Perspektiven. Beide Seiten prüfen Werte, Erwartungen und Entwicklungsmöglichkeiten.

Eine erfolgreiche Vermittlung entsteht, wenn die Kombination nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Alltag funktioniert.

Als Headhunter und Personalberatung in der Schweiz und Liechtenstein sucht Avalect deshalb nicht einfach die bekannteste oder auffälligste Sorte. Wir suchen jene Persönlichkeit, deren Fähigkeiten, Haltung und Ambitionen zur Aufgabe und zur Zukunft des Unternehmens passen.

Manchmal ist das Vanille. Manchmal Pistazie. Und manchmal eine unerwartete Kombination, die vorher niemand auf der Karte hatte.

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