JOBHOPPING: Wieviele Wechsel verträgt ein Lebenslauf?

15.04.2018

Arbeitnehmer wechseln heutzutage durchschnittlich alle 4 Jahre ihren Arbeitgeber. Die Gründe dafür können verschiedenster Art sein und auch je nach Branche lassen sich Unterschiede in der Häufigkeit und den Gründen für den Wechsel ausmachen.

Als Jobhopping wird dieses neue Phänomen bezeichnet, welches in allen industrialisierten Ländern zu beobachten ist. Die Zeiten, in denen Sie nach dem Studium in ein Unternehmen eingestiegen und dort vierzig Jahre später wieder in Rente gegangen sind, neigen sich ihrem Ende zu. Befristete Arbeitsverträge, Umstrukturierungen, Fachkräftemangel - viele Faktoren tragen zum neuen Jobhopping-Phänomen bei. Und dennoch ist es im Lebenslauf bislang oft nicht gerne gesehen, wenn ein Bewerber zu viele Stationen auflistet. Ob es nun die Angst ist, viel Geld in das Einlernen des Neueinsteigers zu investieren und diesen dann zu verlieren, oder einfach noch die Gewohnheit aus den vergangenen Jahrzehnten.

Wie häufig "darf" ein Arbeitnehmer den Job wechseln? Sprinten oder Joggen?

Weshalb wechseln Arbeitnehmer ihren Job?

Erst einmal müssen Sie sich selbst darüber klar werden, weshalb Sie aktuell Ihren Job wechseln möchten und wieso Sie das auch in der Vergangenheit schon mehrmals getan haben. Erst dann können Sie die Gründe in positiver Art und Weise verpacken und im Lebenslauf sowie Bewerbungsgespräch entsprechend überzeugend darlegen. Die häufigsten Gründe für einen Jobwechsel lassen sich grob nach dem Lebensalter der jeweiligen Person einteilen:

  • Bei den 18- bis 25-Jährigen ist meist das Gehalt die grösste Motivation zum Wechsel der Arbeitsstelle.
  • Die 30- bis 55-Jährigen beschäftigen sich vermehrt mit Gefühlen von Stress, Über- oder Unterforderung sowie der mangelnden Wertschätzung. Letzteres trifft auch auf die 60- bis 65-Jährigen Arbeitnehmer zu.
  • Im mittleren Alter, meist im Rahmen der Familiengründung, sind zudem private Gründe häufig die Ursache für das Jobhopping.
  • Hinzu kommen gesundheitliche Gründe, welche vor allem ab 40 Jahren häufig eine tragende Rolle spielen.
  • Zuletzt sind sich die Arbeitnehmer jeden Alters in einem Punkt einig: Die Suche nach einer neuen Herausforderung im Arbeitsleben.

Wie häufig "darf" ein Arbeitnehmer den Job wechseln?

Egal welche Gründe Ihre Jobwechsel am Ende hatten, mindestens drei Jahre sollten Sie es wenn möglich in einem Unternehmen aushalten, um die Wechsel später in einer Bewerbung sinnvoll darlegen zu können. Sie fragen sich nun, weshalb genau drei Jahre als Faustregel gelten? Ganz einfach: Es handelt sich dabei um den Zeitraum, den grosse Projekte in der Regel einnehmen. Ein Jahr wird dabei zur Einarbeitung veranschlagt, eines, um das Projekt anzustossen und ein letztes, um dieses nachhaltig zum Erfolg zu bringen und positive Spuren im Unternehmen zu hinterlassen. Jobwechsel, die also nach drei bis mehr Jahren stattfinden, lassen sich gut mit dem Arbeitsrhythmus eines Projektes begründen. Das hängt aber natürlich auch stets von Ihrer Branche ab.

Ob förderlich oder nicht, liegt auch am Alter...

Ob häufige Jobwechsel nun förderlich für die Karriere oder ein Hindernis im Lebenslauf sind, hängt sehr stark mit dem Lebensalter und der beruflichen Station in der Karriereplanung zusammen. Berufseinsteiger erhalten eine sogenannte "Schonfrist". Denn gerade zu Beginn der Laufbahn im Arbeitsleben muss erst einmal die richtige Ausrichtung gefunden werden. Eine Orientierung auf Schwerpunkte, einen Wohnort oder den richtigen Arbeitgeber ist zu diesem Zeitpunkt häufig mit einer größeren Anzahl an Jobwechseln verbunden. Doch auch hier gilt: Im Bewerbungsgespräch muss die Frage nach dem "Wieso" gut begründet werden. Stichworte, wie "Schwerpunktwechsel" oder "Befristung", können hier durchaus gleich im Lebenslauf angefügt werden.